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Heiraten tut dem Herzen gut

Eine aktuelle Studie aus Großbritannien belegt erneut, dass Eheleute weniger gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind: Bluthochdruck, Diabetes (Typ 2) und hohe Blutfettwerte bewältigen sie besser als Singles. Die Forscher haben auch eine plausible Erklärung zur Hand.


Bereits im letzten Jahr widmeten sich Wissenschaftler der britischen Aston Medical School den Unterschieden zwischen verheirateten und unverheirateten Patienten. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass Eheleute gegenüber Singles höhere Chancen haben, einen Herzinfarkt zu überleben.

In die gleiche Richtung geht auch eine weitere Untersuchung, deren Ergebnisse die Forscher um Paul Carter nun auf einer Konferenz der British Cardiovascular Society präsentiert haben. Als Grundlage dienten gesundheitliche Informationen zu circa einer Million Patienten, die sich in nordenglischen Krankenhäusern wegen dreier Erkrankungen bzw. Symptome behandeln ließen: hoher Cholesterinspiegel, Diabetes (Typ 2) und Bluthochdruck (arterielle Hypertonie).

„Gemeinsam ist diesen Beschwerdebildern, dass sie gravierende kardiovaskuläre Folgen haben können, vom Herzinfarkt bis zum Schlaganfall. Auch das Risiko eines Nierenversagens wird durch sie erhöht, vor allem wenn Hypertonie und Diabetes zusammenkommen“, erläutert der Falkenseer Internist und Hausarzt Dr. Walter Mildenberger, der zudem auf eine weitere Gemeinsamkeit hinweist: „Diese Beschwerden lassen sich mit den richtigen Maßnahmen gut in Schach halten. Wichtig sind vor allem die Medikation, die Ernährung und körperliche Aktivitäten.“

Statistischer Überlebensvorteil von bis zu 16 Prozent
Solches Hintergrundwissen liefert den Schlüssel zum Verständnis der Forschungsergebnisse. Denen zufolge haben Verheiratete mit hohem Cholesterinspiegel durchschnittlich ein um 16 Prozent niedrigeres (kardiovaskulär bedingtes) Sterberisiko; 14 Prozent beträgt dieser Wert bei Diabetikern, immerhin noch 10 Prozent bei Hypertonikern. So viel lässt sich anhand der Daten belegen. Auf Mutmaßungen hingegen ist man angewiesen, wenn man den „Gesundheitsbonus“ erklären will, den die Ehe offenbar mit sich bringt.

Die britischen Forscher werfen die Hypothese auf, dass es vor allem auf enge soziale Kontrolle ankommt. Diese führt dazu, dass den erwähnten Beschwerdebildern tendenziell mit mehr Disziplin begegnet wird. Anders ausgedrückt: Eheleute achten mehr darauf, ob der Partner/die Partnerin auch die verordneten Medikamente zur richtigen Zeit einnimmt und die Vorsätze und ärztlichen Empfehlungen zum Lebenswandel umsetzt (gesünder essen, mehr bewegen).

In dieser plausiblen Erklärung liegt auch ein Trost für Singles. Denn es braucht ja keineswegs die Ehe, um die entsprechenden Maßnahmen zur Linderung von Bluthochdruck, Diabetes oder hohen Cholesterinwerten durchzuführen – entscheidend ist am Ende vielleicht doch nur der eigene gute Wille.