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Beinschmerzen können ein Alarmzeichen sein

Wer beim Gehen und Treppensteigen regelmäßig wegen Schmerzen in den Beinen Pausen einlegen muss, sollte dringend ärztlichen Rat einholen – denn dann liegt der Verdacht auf eine PAVK nahe, auch „Schaufensterkrankheit“ genannt.


Als periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) werden Durchblutungsstörungen bezeichnet, die vor allem in den Beinen auftreten. Betroffen sind viermal so viele Männer wie Frauen, was auch mit den bekannten Risikofaktoren Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und Diabetes zusammenhängt, die bei Männern statistisch häufiger auftreten.

Daneben steigt das PAVK-Erkrankungsrisiko mit dem Alter, und auch eine erbliche Vorbelastung kann eine Rolle spielen. Schätzungen zufolge liegt bei rund jedem vierten über 55-Jährigen (beide Geschlechter zusammen betrachtet) eine PAVK vor. In frühen Stadien zeigen sich noch keine Symptome. Und wenn diese auftreten, werden sie oftmals nicht als Warnzeichen verstanden, sondern als Alterserscheinung hingenommen.

„Eine PAVK äußert sich in der Regel zunächst in Schmerzen, die anfangs bei hoher Belastung, dann auch beim Treppensteigen oder Gehen immer wieder in den Beinen auftreten und nach einer kurzen Pause nachlassen. Da das resultierende Fortbewegungsmuster an einen klassischen Schaufenster­bummel erinnert, spricht der Volksmund auch von ‚Schaufensterkrankheit‘“, erläutert der in Falkensee praktizierende Internist Dr. Walter Mildenberger.

Der Herzexperte rät dringend dazu, beim Auftreten dieser Symptome so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn bleibt eine Behandlung aus, schreitet die Arteriosklerose („Arterienverkalkung“) fort, es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Überdies können die Symptome in den Beinen ein Hinweis auf Verengungen auch an anderen Stellen sein, etwa in den Herzgefäßen oder der Halsschlagader. Auch in dem Fall kann das Leben des Patienten bedroht sein.  

Von Bewegung über Medikamente bis hin zur Operation: die Therapie
In frühen Erkrankungsstadien kann es – in Abstimmung mit einem Arzt – ausreichend sein, den Lebensstil umzustellen und mit mehr Bewegung anzureichern. Eine gute halbe Stunde gezieltes Laufen im Wandertempo pro Tag beispielsweise bringt hier oft schon deutliche Linderung. Auch spezielle gymnastische Übungen können hilfreich sein.

Daneben sollten die oben aufgeführten Risikofaktoren von Rauchen bis Übergewicht nach Möglichkeit ausgeschaltet werden. Unterstützend kann es angeraten sein, Medikamente einzunehmen, die durchblutungsfördernde, gerinnungs­hemmende  thrombozytenfunktionshemmende oder fettsenkende Wirkung haben können.

In fortgeschrittenen Stadien, wenn bereits Gliedmaße bedroht sind („Raucherbein“), muss in der Regel ein katheterinterventioneller oder operativer Eingriff vorgenommen werden. Infrage kommen dann etwa Stents und Bypässe, um die Durchblutung zu gewährleisten. Sollte es zu einem akuten Gefäßverschluss kommen, sollte unbedingt sofort der Notarzt gerufen werden: nur wenn schnell gehandelt wird, kann ggf. die Amputation vermieden werden.