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Bauchschlagader-Aneurysma: Krankenkassen zahlen Screening

Das Vorsorge-Screening auf Bauschlagader-Aneurysma wurde in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen aufgenommen. Auch in unserer Praxis können Patienten diese wichtige Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen.


Die langjährigen Appelle von Fachleuten tragen endlich Früchte: Ab sofort erstatten die gesetzlichen Krankenversicherungen das Früherkennungs-Screening auf Bauchschlagader-Aneurysma.

Die einfache Ultraschalluntersuchung kann und wird Leben retten. Denn ein bedrohliches Aneurysma im Bauchraum lässt sich leicht aufspüren; erfolgt hingegen kein Screening und auch keine zufällige Entdeckung, kann ein Aneurysma platzen und zu tödlichen inneren Blutungen führen. Der Nutzen des Aneurysma-Screenings ist erwiesenermaßen höher als der eines Brustkrebs-Screenings. Bereits 300 untersuchte Patienten reichen aus, um in den folgenden fünf Jahren einen Aneurysma-bedingten Todesfall zu verhindern.

Aneurysmen sind Gefäßausbuchtungen, die sich durch hohen Blutdruck und die Strömungskräfte immer weiter ausdehnen, bis sie schließlich platzen. Sie können im Kopf auftreten – wo die Früherkennung nur mit MRT und CT möglich ist – oder an der Aorta (Hauptschlagader) in Brust oder Bauch. Die Zahl der Betroffenen in Deutschland wird auf rund eine Million geschätzt, wobei sich Aorta-Aneurysmen bei Männern fünfmal so häufig wie bei Frauen bilden.

(Ex-)Raucher ab 65 Jahren sind Hauptrisikogruppe

„Das Rauchen, auch in der Vergangenheit, gilt als wesentlicher begünstigender Faktor für ein Aneurysma“, erläutert der Falkenseer Internist Dr. Walter Mildenberger. „Hinzu kann eine erbliche Vorbelastung kommen.“ Auch zu hohe Blutdruck- und Blutfettwerte spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung. Und schließlich sind Arteriosklerose-Patienten besonders Aneurysma-gefährdet.

Wird ein Bauchschlagader-Aneurysma entdeckt, so hängt die weitere Behandlung von der Größe ab. Bei weniger als drei Zentimetern Durchmesser ist ein Eingriff meist nicht erforderlich, jedoch sollte dann gegebenenfalls unverzüglich mit dem Rauchen aufgehört werden.

Außerdem müssen Blutdruck und Blutfett reguliert werden, i.d.R. medikamentös. Und natürlich ist dann eine engmaschige Beobachtung angezeigt. Bei größeren Aneurysmen ist eine operative Entfernung meist unumgänglich, um den Patienten außer Lebensgefahr zu bringen.

Das sinnvolle Vorsorge-Screening konnte bereits seit längerer Zeit in der Praxis Dr. Mildenberger als sog. Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch genommen werden – ab sofort ist dies auch für Kassenpatienten ohne eigene Kostenbeteiligung möglich, sofern sie Männer über 65 sind; für andere Patienten bieten wir die Untersuchung weiterhin auch als IGeL-Leistung an.