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Kleines Tier, große Wirkung: Zeckenbisse

Schönes Wetter lockt Groß und Klein gern in die Natur. Doch auch für Zecken herrscht jetzt „Wohlfühltemperatur“. Wie Sie sich vor Zecken schützen können und was Sie im Falle eines Bisses tun können.


Zeckenbisse sind gefährlich, weil sie oft spät oder gar nicht erkannt werden. Die Folge der gefährlichen Infektion kann Lyme-Borreliose sein. Davon gibt es in Deutschland laut Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 60.000 bis 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Erstes Anzeichen einer Borreliose-Infektion ist die sogenannte Wanderröte. Um den Stich herum bildet sich eine kreisförmige Hautrötung. Ein weiteres Anzeichen, wenngleich seltener, ist das Lymphozytom. Dabei handelt es sich um eine gerötete Hautverdickung, welche am Ohrläppchen, am Hodensack oder auch an den Brustwarzen auftreten kann. Vielfach wird eine solche Hautverdickung fehlgedeutet und als Insektenstich betrachtet.

Spätestens jedoch, wenn eine oder mehrere Wochen nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen hinzukommen, gilt es ärztlichen Rat einzuholen. Ebenso sind anhaltende Müdigkeit und Schwäche Symptome einer Borreliose. Gleiche Symptome hat auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), welche ebenfalls von den Zecken übertragen wird.

Vor erneuter Ansteckung nicht gefeit

20 bis 25 Prozent der Zecken können Borrelien übertragen. Jedoch bricht nur in ein bis zwei Prozent der Fälle die Krankheit wirklich aus. Das Risiko der Infektion steigt mit der Dauer, mit der die Zecke in der Haut steckt. Die Borreliose-Erreger können bis zu zwölf Stunden nach dem Biss übertragen werden. Kleine Krümel um die Einstichstelle sollten ein Warnsignal sein. Denn dies ist ein Anzeichen dafür, dass es sich um eine krank machende Zecke handelt. Selbst wer bereits eine Borreliose-Infektion überstanden hat, ist nicht „auf der sicheren Seite“. Denn nach Angaben des Robert-Koch-Instituts kann es durchaus zu einer erneuten Erkrankung kommen.

Öl und Co. haben Einsatzverbot
Viele Menschen gehen bei Entdeckung einer Zecke in der Haut falsch vor. So wird manchmal die Zecke mittels Alkohol, Kleber oder Öl erst abgetötet, bevor mit dem Herausziehen begonnen wird. Diese Art des Abtötens hat aber ein Übergeben des Parasiten zur Folge und somit werden erst recht Borrelien übertragen, bevor das Tier stirbt.

Das Tier sollte mittels spezieller Pinzetten oder Zangen aus der Apotheke entfernt werden. Damit lassen sich die Widerhaken des Saugrüssels am besten lösen. Auch das Herausdrehen ist eine gute Methode, wichtig ist dabei nur, dass das Tier nicht am Körper gegriffen wird und somit gequetscht wird. Nach dem Entfernen sollten die Einstichstelle desinfiziert und in der Folge weiter beobachtet werden.

Rüssel bleibt stecken
Irrtümlich heißt es oft, dass der beim Entfernen abgebrochene Kopf oder Rüssel weiter Gefahr ausstrahlt. „Der Rüssel kann ohne den Körper der Zecke keine Borrelien mehr übertragen“, sagt Dr. Walter Mildenberger, Facharzt für Innere Medizin und Hausarzt in Falkensee bei Berlin. Die Überreste sollten aber dennoch beseitigt werden, weil es sonst an der Haut zu Entzündungen und Juckreiz kommen kann.

Gegen die erwähnte FSME sind Impfungen möglich. Bei der Lyme-Borreliose sieht es leider anders aus. Wer sich in der freien Natur bewegt, sollte daher möglichst auf festen Wegen gehen. Zecken fallen nicht wie oft behauptet von Bäumen, sondern halten sich vornehmlich in hohem Gras, im Gebüsch und im Übergang von Wald zu Wiese auf. Wer sich längere Zeit im Freien aufgehalten hat, sollte den Körper danach gezielt absuchen. Die Tiere halten sich am liebsten in möglichst geschützten, warmen Stellen auf, also Kopf, Hals, Achseln, Ellen- und Kniebeugen, Bauchnabel oder auch im Genitalbereich auf.